Umwelt- und Abfalltelegramm 3/2004
AWV Feldbach
Teure Luft in den Altpapierbehältern – ökologische Sammlung

Die Sammlung von gebrauchten Verpackungen aus Papier, Karton, Pappe und Wellpappe erfordert derzeit mehr LKW-Fahrten als wünschenswert ist.
Der Grund: Die Behälter müssen öfter entleert werden, weil sie zwar optisch “voll“ , aber keineswegs optimal befüllt sind. Das ist nicht ökologisch.
Papierverpackungen (Schachteln) erfordern viel Behältervolumen, wenn sie nicht zusammengelegt in die Sammelbehälter eingeworfen werden. Bereits durch wenige Schachteln ist der Behälter übervoll.
Der Unterschied zwischen optimaler und durchschnittlicher Befüllung ist beträchtlich. Bei richtiger Benützung fassen die Altpapierbehälter nämlich bis zu fünfmal so viel wie bei oberflächlicher Befüllung.
Um zu zeigen, wie viel Altpapier und gebrauchte Verpackungen aus Papier, Karton, Pappe und Wellpappe in einem einzigen Container Platz finden, machte die Altpapier-Recycling-Organisationsgesellschaft (ARO) den “Altpapiercontainer-Test“. Das Ergebnis war - wie das Foto (Petra Spiola) zeigt - überraschend:
Ein einziger ordnungsgemäß befüllter 240-Liter Container fasst bis zu 37 Kilogramm Altpapier - das gesamte auf dem Foto neben dem Behälter liegende Volumen.
In der Praxis wird aber meist nur eine Befüllung von
acht bis zehn Kilogramm erreicht.
Weiters führt dies dazu, dass Sammelware vom nächsten, der Altpapier einwerfen will, neben den Behältern abgestellt wird, und so unnötigerweise die Sammelinseln verschmutzt werden.
Für den Konsumenten ist es ganz einfach, die Befüllung der Sammelbehälter selbst zu verbessern: Dazu sollen am besten die Klebekanten aufgetrennt und die Schachteln flachgedrückt werden.
Um keinen unnötigen Aufwand bei der Sortierung zu verursachen, sollen sie aber nicht in kleine Stücke zerrissen werden.
Kartonsammlung im Altstoffsammelzentrum
Zu einer zusätzlichen Entlastung der Altpapiersammelbehälter bei den Sammelinseln können Sie beitragen, indem Sie Ihre großen Schachteln zur Kartonagensammlung ins Altstoffsammelzentrum bringen.
Fehlwürfe
Es ist offensichtlich, dass Restmüll nicht zum Altpapier gehört. Es gibt jedoch Fehlwürfe, die missverständlich, das heißt vom Behälterbenutzer “mit gutem Gewissen“, in die Sammlung eingebracht werden:
Zum Beispiel Kunststoffhüllen ( wie aus Werbemittelverteilungen),die gemeinsam mit den Werbeprospekten in die Behälter geworfen werden. Die Anteile aus solchen Fehlwürfen in der Sammlung sind zwar dem Anteil nach unbedeutend, verursachen jedoch einen hohen Sortieraufwand.
Ein Großteil des, haushaltsnah gesammelten, Altpapiers wird getrennt - nach Druckpapieren und Verpackungen - verwertet und muss dafür auf einem Sortierband händisch sortiert werden. Dabei verursachen solche „kleinen Fehlwürfe“ einen relativ hohen Aufwand.
Ein weiteres Beispiel für Fehlwürfe sind Getränkeverbundverpackungen (Milch- und Saftpackungen), die zwar zum Großteil aus Papier bestehen, für deren Aufarbeitung in der
Papierindustrie aber spezielle Voraussetzungen notwendig sind.
Getränkeverbundkartons müssen im Vergleich zu Altpapier über einen längeren Zeitraum und unter anderen Bedingungen im “Pulper“ - eine riesige Mischmaschine, in der das Papier unter Zugabe von Wasser aufgelöst wird - verbleiben, damit die Papierfasern herausgelöst werden. Werden sie gemeinsam mit sonstigem Altpapier einer Verwertung zugeführt, so fallen sie aus diesem Grund beinahe zur Gänze als Abfall an und müssen kostspielig deponiert werden.
Entsorgungsmöglichkeiten für Milch- und Saftpackerl :
ÖkoBOX (Postamt) od. gelber Sack bzw. gelbe Tonne.
Ihr UAB Team