Jahresbericht 2005
des Abfallwirtschaftsverbandes Feldbach
VORWORT
Der Jahresbericht 2005 enthält vorwiegend abfallwirtschaftliche Daten, die indirekt Anzeiger für das Wirtschaftswachstum und den Umweltschutz sind.
Weitere Schwerpunkte des Jahresberichts sind die ASZ-Leiterschulung vom 15. und 16. Juni 2005 und die Elektro(nik)altgeräte-Verordnung.
Im folgenden Bericht sind die Abfallmengen aller Gemeinden einzeln sowie die des Verbandes Feldbach gesamt angeführt.
Abfallsammlung
Die getrennte Erfassung der Siedlungsabfälle ergab wieder eine insgesamt sinkende Menge an zu deponierendem Rest- und Sperrmüll mit leichtem Anstieg des Gesamtabfallaufkommens. Vom gesamten Abfallaufkommen im Jahre 2005 mit 18.775,00 Tonnen wurden 12.674,00 Tonnen (67,5%) einer Verwertung zugeführt und 6.101,00 Tonnen (32,5%) mechanisch-biologisch behandelt.
Seit 1.1.2004 wird Rest- u. Sperrmüll aufwändig vor der Deponierung gesplittet, sodass nur mehr ein Drittel davon deponiert wird. Heizwertreiches Material wird thermisch verwertet. Biogenes Material wird kompostiert.
Mehr als die Hälfte der Abfälle werden einer Verwertung zugeführt! Dies ist der Erfolg der getrennten Sammlung in Ihren Gemeinden. Durch die getrennte Holzsammlung, Flachglassammlung und auch durch die weitere Informationsarbeit konnten diese positiven Zahlen erreicht werden. Insgesamt stiegen die Sammelmengen bezogen auf 2004 bis auf Eisenschrott leicht an. Durch die illegalen Sammelbrigaden der Nachbarländer fiel die Menge für Eisenschrott um -5,11% geringer aus. Im Jahr 2004 betrug das Minus noch 14,5%.
Abfallbarometer 2005 (bezogen auf 2004)
Siedlungsabfall (Restmüll): +3,01%
Sperriger Siedlungsabfall (Sperrmüll): +5,71%
Altpapier: +9,88%
Leichtverpackungen: +8,62%
Metallverpackungen: -2,02%
Altglas: +11,18%
Bioabfall: +6,42%
Problemstoffe: -18,59%
EAG: +80,63%
Eisenschrott: -5,11%
Abfallgebühren
Den Verbandsgemeinden entstanden für Sammlung, Transport, Behandlung, Verwertung und Entsorgung der Abfälle im Jahre 2005 insgesamt Kosten von € 3.278.980,00. Statistisch bedeutet das für jeden Einwohner eine jährliche Müllgebühr von € 48,80 oder für jeden Tag 13 Eurocent.
Abfuhrordnungen
Mit dem Steirischen Abfallwirtschaftsgesetz 2004 mussten alle Gemeinden ein Jahr später neue Abfuhrordnungen erlassen. Dies bedeutete für alle Gemeinden
viel Arbeit. In vielen Umweltausschuss- und Gemeinderatssitzungen konnten die Umwelt- und Abfallberater Hilfestellung bei der Gebührenberechnung nach fixen und variablen Gebühren geben.
Erlöse
Interessant für alle Gemeinden sind die finanziellen Erlöse für die gesammelten Abfälle. Im Jahr 2005 betrugen die Entgelte aus der Verpackungsverordnung (VVO) € 238.000. Das sind pro Einwohner € 3,5. Die Stadt Feldbach kann beispielsweise mit diesen Erlösen die Sperrmüllbehandlungskosten für einen Monat finanzieren. Auf 10 Jahre gerechnet, erspart sich ein Bürger durch die Erlöse ein Jahr lang die Müllgebühr.
ASZ Leiterschulung
Durch Pensionierungen und Arbeitsplatzwechsel kommen in die Gemeinden immer wieder neue Mitarbeiter. Die Sammlung in den ASZ/PSZ hat durch befugte Personen zu erfolgen, die nach § 26 Abs. 4 AWG 2002 Kenntnisse zur Sammlung, Lagerung und zum Gefährdungspotential der Abfälle aufweisen müssen. Am 15. und 16. Juni 2005 wurden die Mitarbeiter aller Altstoff- und Problemstoffsammelzentren zur bevorstehenden EAG-VO, zur Papierverwertung und zu den allgemeinen rechtlichen Neuigkeiten informiert.
Die Schulung war mit 47 MitarbeiterInnen aus allen Gemeinden ein voller Erfolg. Mehr darüber finden Sie nach den Statistiken.
EAG-VO
Das Jahr 2005 stand ganz im Zeichen jener Verordnung, die für die Verbandsgemeinden eine wesentliche finanzielle Entlastung gebracht hat.
Kühlgeräte, Kleingeräte, Bildschirmgeräte, Großgeräte und Gasentladungslampen unterliegen der Elektro(nik)altgeräte-Verordnung, kurz EAG-VO genannt. Sie ist die Umsetzung der WEEE-Richtlinie der EU in Österreich und trat mit 13.8.2005 in Kraft.
Der 13. August 2005 war in der Abfallwirtschaft ein historischer Tag.
Die im Grunde bereits gut funktionierende Schiene der Sammlung, Behandlung und Verwertung wurde durch die VO teilweise auf den Kopf gestellt. In vielen Gemeinden der Steiermark hat sie Umsetzungsprobleme verursacht.
Andererseits wurden EAG erstmals flächendeckend in ganz Österreich gesammelt. Wie bei jeder Verordnung tat sich eine Kluft zwischen Theorie und Praxis auf.
Mit dem 13. 8. 2005 stiegen die Mengen für EAG erwartungsgemäß sprunghaft an. So wurde allein im dritten Quartal 2005 die Halbjahresmenge des Vorjahres über das E-Schrottprojekt UMSO „FE-SCHER" aufgearbeitet! Keller wurden mit dem Stichtag geräumt, gehortete Mengen wurden entsorgt und Fetzenmärkte nach dem 13.8. abgehalten. Symbolisch türmten sich die Geräte auf.
Nachdem der Bürger die Möglichkeit hatte, die EAG gratis in den Altstoffsammelzentren abzugeben, war eine Zunahme der Mengen logisch.
Für manche Gemeinden war jedoch die Lagerkapazität nicht gegeben. Durch festgelegte, wirtschaftliche, frachtbare Mindestmengen für die Abholung kam es zu den vorprogrammierten Engpässen im Sommer und Herbst. Gegen Ende des Jahres ging der Abfallstrom wieder zurück und normalisierte sich.
Da es in Österreich vier genehmigte Systeme der Wirtschaft für die Finanzierung der EAG-Entsorgung gibt, wurden die Marktmengen aufgeteilt. Dadurch fehlten Abholaufträge. Eine gewisse Unzufriedenheit war begründet. Die Lage normalisierte sich durch die Informationsarbeit des AWV Feldbach und die Bemühungen der regionalen Entsorger, die eine Abholung der EAG im Zuge der Problemstoffübernahme anboten. Die Anlieferungen der EAG am Öko-Platz entlastete die Feldbacher Gemeinden auch.
Wir hoffen, Sie finden für Ihre Gemeinde interessante Daten in der Abfallstatistik und danken für die gute Zusammenarbeit. Wir bitten auch weiterhin um Ihre Unterstützung für nachhaltige Entwicklungen, besonders für das E-Schrottprojekt, das Windelprojekt, die G´scheit feiern Feste und die weiterhin ordentliche Sammlung der Abfälle.
Ihre Umwelt- und Abfallberater Verbandsobmann
RR Alfred Moser eh.
UAB Alfred Derler
UAB Nicole Zweifler
UAB Walter Riedl
Sieglinde Neumeister
Diagramme: Lisa Kapper (Praktikantin)
Gemeindeberichte


















































